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Legasthenie

Der Begriff Legasthenie ist mit Vorsicht zu genießen. Oft wird er für jede Form der Lese- oder Schreibschwäche missbraucht. Diese Diagnose sagt aber noch nichts über Ursachen oder mögliche Therapieansätze aus.

Seriöserweise sollte man nur dann von Legasthenie sprechen, wenn Sinneswahrnehmungen, die man für das Schreiben, Lesen oder Rechnen benötigt, tatsächlich differenziert ausgeformt sind, das Konzentrationsvermögen entsprechend entwickelt ist, das Kind aber dennoch die Schriftsprache nur mit großen Problemen erlernt. Oft ist Legasthenie ein verallgemeinernder Begriff für sehr verschiedene Wahrnehmungsdefizite.

Wesentlich ist, zuerst die Wahrnehmungsverarbeitung zu überprüfen und zugrunde liegende Schwächen zu finden. Diese können in der optischen oder/und in der akustischen Wahrnehmungsverarbeitung bzw. der Konzentration und der Raumwahrnehmung liegen, das muss von Fachleuten abgeklärt werden. Dann kann auf dieser basalen Ebene spezifisch gearbeitet werden, mittels Hörtraining, oder Sehschule und Übungen zu Aufmerksamkeit und Raumwahrnehmung.

Erst, wenn im körperlichen Bereich gearbeitet wurde, ist es sinnvoll, am Symptom, der Schreib- oder Leseschwäche weiterzumachen.

Grundsätzlich scheint es zwei Arten von Legasthenie zu geben - eine angeborene und eine erworbene. Wobei die erworbene Legasthenie oft auf nicht entwicklungsadequate Lehrmethoden zurückzuführen ist.

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